Partnergemeinde


Die Stadt Blatna gehört zum Bezirk Strakonice in Südböhmen. Blatna liegt eine Autostunde südwechstlich von Prag und zählt heute rund 8'000 Einwohner.

Blatna war eine durch Landwirtschaft, Fischerei und Handwerk geprägte Stadt. Heute hat sich Blatna zu einer aufstrebenden Zentrumsstadt mit guter Infrastruktur, Einkaufsmöglichkeiten und zu einem begehrten regionalen Wirtschaftsstandort entwickelt. Blatna zeichnet sich aber auch durch nationale Sehenswürdigkeiten wie dem mittelalterliche Wasserschloss (kulturhistorischen Sammlung) und der das Schloss umgebenen englischen Parkanlage mit einem einmaligen Bestand an alten Eichen in dem ein grosses Damhirschrudel lebt, aus. Eine Vielzahl von Weihern, in denen die traditionelle Karpfenzucht als wichtigste landwirtschaftliche Produktion betrieben wird und deren Erzeugnisse in die ganze Welt exportiert werden, dienen als Naherholungsgebiet. Blatna wird auch „Stadt der Rosen“ genannt. Nach dem ersten Weltkrieg hat ein Gärtner eine Rosenzucht aufgebaut. Seine Züchtungen haben ihm an internationalen Wettbewerben viele Preise eingetragen.

Die Gemeinden der ehemaligen Tschecheslowakei waren bis zur „Wende“ keine selbständigen politischen Einheiten. Ihnen oblag lediglich der Vollzug der Vorschriften der Zentralregierung. Dies hat sich im Zuge der Öffnung, der Demokratisierung und der Gründung der Tschechischen Republik geändert. Den Gemeinden indessen fehlte das für den Demokratisierungsprozess erforderliche Know how. Im Jahre 1991 hat die Bernische Regierung ein Partnerschaftsprogramm zwischen Gemeinden des Kantons Bern und Gemeinden aus der Region Südböhmen initiiert. Primäres Ziel der Gemeindepartnerschaften war die Unterstützung der südböhmischen Gemeinden bei der Entwicklung demokratischer Instrumente und Strukturen auf Gemeindeebene. Der Gemeinderat hat beschlossen, einen Beitrag zur Ent-wicklung der kommunalen politischen Strukturen leisten zu wollen. Der Kanton Bern hat Roggwil in der Folge die Stadt Blatna als Partnergemeinde zugelost.

Begonnen hat die Partnerschaft mit Besuchen und Gegenbesuchen. Dabei sind den Behörden der Stadt Blatna die demokratischen Strukturen und Gepflogenheiten, wie sie in schwei-zerischen Gemeinden bestehen, näher gebracht worden. Bald haben sich auch persönliche Freundschaften zwischen den Mitgliedern der Delegationen entwickelt. Anfangs haben wir der Stadt Blatna jährlich eine finanzielle Zuwendung zu kommen lassen, bis wir feststellen durften, dass die Partnerstadt eine finanzielle Eigenständigkeit erreicht hat. Nach vierjähriger Partnerschaft kam die Idee eines Schüleraustausches auf, den wir seither pflegen. Schülergruppen der Oberstufe besuchen sich während einer Woche gegenseitig. Ziel dieses Austausches ist es den Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit zu geben, eine für sie fremde Gegend mit ihren Menschen kennen zu lernen. Zur Roggwiler Gewerbeausstellung haben wir eine Delegation aus Blatna eingeladen. So hatten wir Gelegenheit, das südböhmische Kunsthandwerk (Glas und Porzellan) und das Brauchtum unserer Bevölkerung vorzustellen. Im September 2002 haben Dammbrüche der kaskadenartig angeordneten Fischteiche nach sintflutartigen Regenfällen die Stadt Blatna überflutet und verheerende Schäden angerichtet. Die Behörden von Blatna sprachen von einer zerstörten Stadt. Diesen Eindruck hatte auch unsere Delegation, welche Tages später erste Hilfsgüter (Entfeuchtungsgeräte zur Bauaustrocknung) nach Blatna brachte. Die Roggwiler haben in einer beispiellosen Aktion rund Fr. 46'000.-- gespendet. Mit einem Teil der Spendengelder wurden drei Lastwagen Zement nach Blatna gebracht. Der andere Teil der Spendengelder wurden der Stadt Blatna zum Wiederaufbau der städtischen Infrastruktur übergeben. Wir freuen uns auf unseren nächsten Besuch in Blatna; auf das Wiedersehen mit liebgewonnenen, uns sehr vertrauten Freunden.

Kontakt zu Blatna:
Frantisek Machovec
spavni@meu.blatna.cz


Blatna, die Stadt der Rosen



 



Gedruckt am 31.10.2020 10:40:33